Projekt Mangelernährung

Konzepte zur Bekämpfung der Mangelernährung sind unverzichtbar

Mangelernährung

Bei dem Begriff ‚Mangelernährung‘ ist der Gedanke an unterernährte Menschen in Entwicklungsländern naheliegend. In den westlichen Ländern mit meist ausreichender oder sogar übermäßiger Nahrungszufuhr ist der ungewollte Gewichtsverlust ein zentrales Kriterium der Mangelernährung und somit ein erster Hinweis auf eine schwere Erkrankung.

Mangelernährung ist im deutschen Gesundheitssystem eine Herausforderung und die Bedeutung des mangelernährten Zustandes für den Krankheitsverlauf- aber auch für die Ökonomie der medizinischen Maßnahmen- wird immer noch unterschätzt.

Ökonomische Relevanz

Ökonomische Relevanz

Studien belegen, dass ein Viertel aller Patienten in Deutschland bei Klinikeinweisung krankheitsbedingt mangelernährt sind. Mangelernährung bedeutet auch eine häufig längere Verweildauer im Krankenhaus, höhere Komplikationsraten und eine Zunahme des Drehtüreffektes (Wiederaufnahme). Mangelernährte Patienten verursachen in deutschen Kliniken jährlich Kosten in Höhe eines 7- stelligen Betrages.

Im Zeitalter des Internet ist man als Patient damit beschäftigt, medizinische Informationen zu recherchieren, zu bewerten und zu selektieren, um bei gegebenem Anlass zu wissen, in wessen Obhut man sich im Akut-oder Bedarfsfall begeben will. Deshalb macht es seitens des Anbieters (Krankenhaus) Sinn, sich entsprechend zu positionieren und die Leistungsfähigkeit nach außen klar darzustellen. Nachweislich praktizierte medizinische Qualität hilft dem Patienten, sich zu orientieren.

Systematische Erfassung der Mangelernährung im G-DRG-System:

Bei drohender oder vorliegender Mangelernährung ist eine Ernährungstherapie durchzuführen. Wichtig ist dabei auch alle im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes gestellten Diagnosen und durchgeführten Therapien zu kodieren. Sachlich richtiges und vollständiges Erfassen und Kodieren möglicher ICD-10-und OPS-Kodes des einzelnen Patientenfalls kann den ökonomischen Rahmen der Vergütung und die Perspektive für ernährungsmedizinische Leistungen beeinflussen.

Ernährungsmanagement

Ernährungsmanagement

Ernährungsmedizinische Maßnahmen nehmen einen bedeutenden Platz im Stellenwert einer qualitativen, patientenorientierten Gesamttherapie stationär und ambulant ein. Je früher eine Mangelernährung erkannt wird, desto einfacher lässt sie sich und ihre Auswirkungen beseitigen. Die European Society for Clinical Nutrition and Metabolism (ESPEN) empfiehlt ein festgelegtes Ernährungsscreening schon bei der Patientenaufnahme durchzuführen, um ein mögliches Risiko für eine Mangelernährung festzustellen, bzw. auszuschließen.

Die Erfassung des Ernährungszustandes könnte durch eine Kombination von anthropometrischen und laborchemischen Parametern erfolgen. Eine Anamnese hinsichtlich z.B. der Nahrungszufuhr und gastrointestinaler Symptome sowie eine einfache körperliche Untersuchung ist im klinischen Alltag jedoch eine praktikable und einfache Möglichkeit, ein Ernährungsproblem vorab zu erkennen.

EDV unterstützte Programme, die den gesamten Behandlungspfad ‚Klinische Ernährung‘ indikationsbezogen und für alle Altersgruppen abbilden, sowie Module für einen nahtlosen Übergang von der Klinik in den ambulanten Bereich helfen bei der Durchführung ernährungsmedizinischer Maßnahmen.

Überleitung von der Klinik zur ambulanten Ernährung zu Hause

Überleitung von der Klinik zur ambulanten Ernährung zu Hause

Wenn Qualität und Qualitätssicherung im Krankenhaus gelten, dann gelten sie natürlich auch für die weitere Betreuung des Patienten außerhalb des Krankenhauses. Auch wenn solche Patienten nicht mehr in der Verantwortung eines Krankenhauses betreut werden, sind Qualitätsmerkmale und Leistungsprofil bei der Entscheidung für einen Nachversorger im Überleitungsprozess zu beachten.

Wir sprechen Sie an…

…wenn Sie solche Konzepte bereits praktizieren oder einführen wollen

Wir wollen mit Ihnen…

…gemeinsam das Thema in den Focus rücken und mit konzeptionell ausgerichteten Aktivitäten und Verfahren das Risiko einer Mangelernährung minimieren.

…oder kontaktieren Sie uns!

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Quellen:
Lauterbach, Karl, W. / Schrappe, Matthias: Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement und Evidence-based Medicine 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Verlag Schattauer
Stübbe, Marianne: EMQ-Cert, Ernährungsmedizinisches Qualitätszertifikat. 12.06. 2010: www.dgem.de/material/pdfs/Ernaehrung2010/s1_0830_stuebbe.pdf
Pirlich et al. : Prävalenz der Mangelernährung bei internistischen Klinikpatienten: Einfluss der Grunderkrankung . Clin. Nutr. 25(2006), 563-572
Kreymann, Georg : Empfehlungen für die parenterale Ernährung, Baxter Deutschland GmbH, 2012
Reinbold, T. / Broß, I. / Lenfers, B.: Mangelernährung im G-DRG-System: Effekt eines strukturierten Ernährungsmanagements auf Behandlungsqualität, Kosten und DRG-Erlöse. Aktuelle Ernährungsmedizin 2013. 38. Jahrgang S. 24-29

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